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Eye Movement Desensitization and Reprocessing

EMDR ist ein extrem wirksames therapeutisches Verfahren, das sich erstklassig zur Behandlung von psychischen Traumata aller Art, aber auch anderen Störungen eignet.

Ursprünglich getestet und entwickelt für die effiziente Bearbeitung der PTB (Post Traumatische Belastungsstörung) hat es inzwischen eine Vielzahl von Anwendungen erfahren, insbesondere in der effizienten Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nach sexuellem, körperlichem und emotionellem Missbrauch, Angst- und Selbstwertstörungen.

Die Wirksamkeit von EMDR ist durch eine höhere Anzahl von Publikationen wissenschaftlich nachgewiesen worden als irgendeine andere klinische Behandlungsform für psychische Traumata.
EMDR wurde von Dr. Francine Shapiro seit 1987 zu einem, alle psychotherapeutischen Schulen ergänzenden, eigenständigen Ansatz entwickelt.

Fachartikel über EMDR

Heilung durch Augen-Blicke
Von Astrid Krüger

EMDR ---- vier unscheinbare Buchstaben hinter denen sich ein Therapiekonzept aus der Psvchotraumatologie verbirgt. Das Verfahren - Eye Movement Desensitization and Reprocessing - wurde im Jahre 1989 von Dr. Francine Shapiro vom Mental Research Institut in Palo Alto (Kalifornien), mehr durch Zufall, entdeckt. Es wird erfolgreich eingesetzt bei Patienten mit Angstzuständen nach Traumata. Unter bestimmten Umständen kann es auch bei anderen Angstformen helfen. Aber Vorsicht: Die EMDR-Behandlung eignet sich nicht für alle Betroffenen. Und die Therapeuten sollten eine bestimmte Ausbildung vorweisen können!

Auf einem Spaziergang bemerkte Dr. Francine Shapiro, dass wiederkehrende stark störende Gedanken, die mit ihrer Trennung zusammenhingen, plötzlich verschwanden und nicht wiederkamen. Sie fand den Grund dafür heraus: Ihre Augen hatten sich unwillkürlich häufig schnell hin und her bewegt, während die störenden Gedanken auftraten. Diese Gedanken schwanden, und wenn sie sie freiwillig heranholte, waren sie nicht länger erregend-störend.
Daraus entwickelte Dr. Shapiro das Konzept einer Serie von gezielten Augenbewegungen, genannt "bilaterale Stimulation", ähnlich der Augenaktivität bei den REM-Phasen während des Träumens. Zunächst erprobte sie diese an Freunden, Bekannten und Kollegen und schließlich an den ersten Klienten. Seit der ersten Veröffentlichung wurde dieses Verfahren intensiv erforscht. Heute gibt es hierzu mehr kontrollierte Wirksamkeits-Studien als über jede andere Methode der Traumabehandlung.
Anwendung findet EMDR speziell bei Erkrankungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Einzeltraumatisierungen (z.B. durch Unfall, Vergewaltigung) oder auch bei komplexen Traumatisierungen in Kindheit oder Erwachsenenalter (z.B. bei Kriegsveteranen oder Missbrauchsopfern).
Zwischenzeitlich gibt es aber auch die ersten Versuche, Phobiker mit EMDR zu behandeln. Aber es scheint, daß bei einzelnen Phobien eine Exposition in vivo dem EMDR-Verfahren vorzuziehen ist. Es bestehen aber dennoch Gründe dafür, dass es sinnvoll sein könnte, EMDR in die Behandlung zu integrieren, beispielsweise dort, wo eine solche Therapie sehr teuer (FIugangst), schwer durchführbar (Angst vor Wirbelstürmen) oder sogar gefährlich (Angst vor Wespen) ist.
Wie EMDR genau funktioniert, welche Vorgänge dabei im Gehirn vorgehen, ist noch weitgehend unbekannt. Bekannt ist jedoch, dass normalerweise Erlebnisse vom Gehirn bearbeitet und abgespeichert werden. Ein Trauma jedoch überfordert diese Verarbeitungsfähigkeiten. Dadurch kann es zu sogenannten Flashbacks oder intrusiven Gedanken kommen: Ein Auslösereiz genügt und das Erlebte wird immer und immer wieder durchlebt. Gefühle, Gerüche, Geräusche der Originalsituation sind so präsent, als wenn sie eben erst passieren würde. Desweiteren entstehen oft Angste, Schlafstörungen oder Alpträume.
Oftmals bekommt der Klient dadurch auch eine negative Einstellung zu sich selbst. Das weitere Leben wird maßgeblich vom Trauma bestimmt.
EMDR kann eine wirkungsvolle Hilfe dabei sein, Bilder und Gefühle, die mit dem Trauma assoziiert werden, zu desensibilisieren. Auch ist es eine Methode, die Gedanken, die mit dem Trauma in Verbindung gebracht werden zum Positiven zu ändern. So kann EMDR die Blockade im Gehirn auflösen und den Heilungsprozess einleiten.
Skeptiker behaupten, das Trauma werde nur unterdrückt, könne irgendwann wieder aufleben. Deswegen wird in Studien zum Thema auch soviel Wert darauf gelegt, ehemalige Klienten nach längeren Zeiträumen erneut zu befragen. Die Erfolgsrate von EMDR beim Posttraumatischen Belastungssyndrom ist hoch. Der größte Teil der Klienten ist Jahre nach Behandlungsende noch beschwerdefrei und in der Lage ein normales Leben ohne jegliche Einschränkungen zu führen.
Für EMDR spricht auch, daß eine deutliche Besserung des Zustandes zumeist innerhalb weniger Therapiesitzungen erreicht wird. Oftmals genügen zwei bis sechs Sitzungen, um dem Klienten den Leidensdruck zu nehmen und ihn in Kombination mit psychologischen Verfahren im weiteren Verlauf zu stabilisieren.

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